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Zwei Königinnen. Erörterungen zur Bildgattung „Porträt“ am Besipiel zweier Werke
von Hiroshi Sugimoto und Gerhard Richter
(2016)

Das Porträt ist eine eigenartige Bildgattung. Sie muss für vieles herhalten. Mal
gilt sie als Königsklasse unter den Künsten, mal als profane Gebrauchs- und
Auftragskunst. Und spätestens seit Mitte des 20. Jahrhunderts braucht man
eigentlich niemandem mehr mit Bildgattungen kommen.

Dennoch wird nach wie vor viel porträtiert. Die Fotografen tun dies und
die Illustratoren und Maler auch. Dem Phänomen des Porträts ist aber trotz
seiner Allgegenwärtigkeit nicht so leicht beizukommen. Aufgrund seiner
Beschäftigung mit dem Menschen, und dem Anspruch den Menschen möglichst
treffend darzustellen, werden einige philosophische Probleme aufgeworfen. Die
Tatsache, dass die Menschen einander schon seit einigen Jahrtausenden
porträtieren, wir aber fast nichts über diese Menschen wissen, macht es nicht
leichter.

In dieser Arbeit wird bewußt auf zwei Werke zeitgenössischer Künstler
verwiesen werden, eben weil man etwas über sie wissen kann. Es handelt sich
um Hiroshi Sugimotos „Elizabeth II“ und Gerhard Richters „Elisabeth II“.
Zweimal die vermutlich bekannste Frau der Welt – ein gemeinsamer Nenner,
der dem Autoren gefällt und darüber hinaus eine möglichst große
Vergleichbarkeit garantieren soll, ohne zu sehr vom Thema Porträt abzulenken.
Wie sich herausstellen wird, sind die beiden Bilder Grenzfälle der
Gattung Porträt. Inwiefern es Ähnlichkeiten im spezifischen Umgang mit den
Medien gibt und wie sie sich zum klassischen Porträt verhalten, wird im letzten
Teil der Arbeit thematisiert.

(…)

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